6/09/2008

Kultgegenstand 04

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Daruma Pilgrims Gallery

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Lichtopfergaben
Offerings of Light、toomyoo kuyoo 灯明供養


Dipankara, the Buddha of Fixed Light
Light Offerings at Mount Koya


Der Brauch, am Altar ein Lichtopfer für die Tathaagata-Buddhas und Bodhisattvas aufzustellen (toomyoo kuyoo), stammt aus Indien; das Sanskritwort "diipa" wird im Japanischen als "toomyoo" umschrieben. Man verwendete dazu Pflanzenöl und später auch Kerzen. Natürlich finden sich heutzutage in den Tempeln auch elektrische Beleuchtungskörper.

Im Tempelbezirk des Bergklosters Kooyasan befindet sich vor dem Mausoleum des Gründers Kuukai eine eigene "Laternen-Halle" (tooroodoo), in der heute noch für Verstorbene Lichtopfer dargebracht werden. An der Decke hängen tausende von kleinen und größeren Laternen, die der Gläubige für einige Monate "mieten" kann. Nach der Legende sah der Heilige Kishin im Jahre 1016 vor dem Mausoleum des Kuukai im Moos ein helles Licht aufleuchten. Kishin ließ nun jeden Tag Kerzen brennen und dieses Lichtopfer ist bis heute nicht ausgegangen; es handelt sich also um eine Art ewiges Licht, das "Nie erlöschende Licht" (kiezu no toomyoo).

Im esoterischen Buddhismus gibt bei den acht Kuyoo-Bosatsu einen Bodhisattva des Lichtopfers (Kongootoo Bosatsu). In einigen Tempeln ist es Brauch, ein Licht Tag und Nacht am Brennen zu halten, eine Art "Ewiges Licht" (jooyatoo, choomyootoo, zokumyootoo, mujintoo). Meist wird es nur für 49 Tage nach einer Beerdigung am Brennen gehalten.
Es gab auch besondere Zeremonien, bei denen Lichtopfer die Hauptrolle spielten, z.B. das "Fest der Zehntausend Lichter" (mandoo-e) des Tempels Toodaiji, Nara, jährlich am 14. Dezember.

Symbolik der Lichtes: "Zerreißung des Dunkels der Verblendung durch das welterleuchtende Buddhalicht." [Seckel, 198]
Das Licht bringt die Barmherzigkeit und Weisheit Buddhas zu allen Menschen. Am Ende des Lebens weist das Licht den sicheren Weg ins Paradies.


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Laterne, lantern (tooroo 灯篭, 燈篭)
Ursprung:
Eine Laterne war zunächst ein reiner Gebrauchsgegenstand, der beim Lesen der Sutras in dunklen Räumen verwendet wurde. Später wurden Laternen auch als Opfergaben gespendet. Laternen standen entweder in der Tempelhalle vor der Altar-Plattform oder im Garten vor der Haupthalle (okidooroo, okitooroo), dort werden sie auch "Große Laterne" (daidooroo ) genannt.

Funktion:
Eine Art Korb zum Einstellen eines Opferlichtes in Form einer Ölschale (toosan) oder Kerze (roosoku). Meist steht ein Paar rechts und links vor der Tempelhalle im Garten. Zum Schutz vor Bränden wird die Ölschale oder Kerze nicht direkt auf den Boden aufgestellt. Der Fuß einer Laterne mußte immer besonders groß und stabil sein.
Während des Bon-Totenfestes im August werden besondere viereckige Standleuchter (kiriko dooroo) verwendet. Sie haben abgerundete Ecken, an denen Kunstblumen stecken und von denen Stoff- oder Papiergirlanden hängen.

Form:
Eine Laterne besteht im allgemeinen aus fünf Teilen: Eine Abdeckung in Form eines "Schirms" (kasa, gai siehe hängelaterne), der Mittelteil, eine Art Korb zum Einstellen der Kerze, genannt "Feuersack" (hibukuro), eine Auflageplatte (chuudai, tookai, ukedai), der Ständer (sao) und ein runder Fuß (jirin chirin). Die Abdeckung hat häufig an ihrer Spitze ein Wunschjuwel. Die Abdeckung und der Ständer kann dreieckig, viereckig, sechseckig, achteckig oder rund sein.
Die Klassifizierung erfolgt häufig nach dem Tempel, in dem sich eine bestimmte Form besonders häufig findet, z.B. Form des Tempels Byodo-In (Byoodooin 平等院) (Byoodooingata) oder des Tempels Hannyaji (Hannyajigata).

Material: Wegen der Brandgefahr wurden meist nur folgende folgende Materialien verwendet: Stein, Metall und Lehmziegel.


Besondere Typen

Steinlaterne (ishidooroo石灯籠, ishitooroo)
Steinlaternen waren meist Opfergaben der Gläubigen. Sie finden sich nur vor der Tempelhalle im Garten.
Ihre Form entspricht der oben beschriebenen Laterne. Sie besteht aus Granit, Marmor oder andere Steinarten. Der Mittelteil kann auch aus Holz gefertigt sein.

Metall-Laterne (kanadooroo, kanatooroo)
Es gibt nur wenige Beispiele aus älterer Zeit. Viele wurden umgeschmolzen oder konnten der Witterung nicht widerstehen.
Die Abdeckung und der Ständer sind meist rund. Manchmal haben sie die Form von Lotusblüten.
Sie bestehen häufig aus gegossener Bronze oder Eisen.

Beispiel:
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Die große Bronzelaterne (462 cm) vor der Goldenen Halle des Tempels Toodaiji in Nara (kondoo hakkaku dooroo) aus dem Jahre 752 ist das älteste erhaltene Beispiel. Sie wurde zur Zeremonie der "Augenöffnung" (kaigan kuyoo) der großen Buddhastatue (Nara no Daibutsu) gegossen.
An den acht Platten (hameita) des Mittelteils befinden sich Gußarbeiten von Heilswesen mit Musikinstrumenten (rakuten, gakuten) und Löwen.



Hängelaterne (tsuridooroo, tsuritooroo 釣燈籠)
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Die ältesten erhaltenen Hängelaternen stammen aus der Kamakura-Zeit, aber nach schriftlichen Aufzeichnungen wurden sie bereits in der Heian-Zeit verwendte.
Funktion: Lichtopfergaben in Form von rituellen Schmuckobjekten (nentoo kuyoo). In Tempeln hängen diese Laternen innen in der Halle, während sie in shintooistischen Schreinen oder Privathäusern meist außen an einem Dachvorsprung hängen.

Form:
Eine Hängelaterne besteht ähnlich wie die Steinalterne aus folgenden Teilen: Deckelknauf in Form eines Wunschjuwels (hoojuchuu, hoojugata chuutsuke), Abdeckung (gai, kasa), Mittelteil "Feuersack" (hibukuro), Auflageplatte (chuudai) und Katzenfüße. Im Deckelknauf wird ein Ring angebracht, durch den die Kette zum Aufhängen (kusari) geführt wird. Hängelaternen sind viereckig, sechseckig, achteckig oder rund.
Der Deckel kann wie Lotusblüten achtfach gelappt sein. Die acht Ecken sind oft stark nach außen und hakenförmig nach oben gebogen. An diesen Haken hängen dann weitere Schmuckgehänge oder kleine Glocken. Meist befinden sich im Deckel herzförmige Einziehungen wie Wildschweinaugen.

Material:
Bronze oder Eisen, in Platten (itaganezukuri) oder gegossen. Der Mittelteil besteht dabei aus besonders reich verzierten, durchbrochenen Platten. Selten Holz oder Porzellan. Holzlaternen sind oft mit schwarzem Lack überzogen.
Selten wurden die durchbrochenen Platten des Mittelteils mit Bergkristall oder anderen Juwelen ausgelegt: Juwelen-Hängelaterne (ruridooroo) .


Runde Hängelaterne (rintoo)
Auch "Hängeleuchter" (tsurishokudai) genannt.
Sie hängt in Tempeln der Shingon-Sekte und am Hausaltar vieler Familien. Selten findet sie sich auch in Tempeln der Sekte des Reinen Landes.
Sie besteht nur aus einem Untersetzer mit einer Ölschale, die frei in einem Ring hängt. In der Mitte des Ringes befindet sich ein runder Aufhänger (nakazuri), der über eine Stange mit einer Abdeckung verbunden ist. Über der Abdeckung ist eine weitere Aufhängevorrichtung, mit der die Laterne an der Decke befestigt wird.
Der runde Aufhänger kann mit Durchbrucharbeiten in Form von Chrysanthemen oder Päonien verziert oder gar nicht dekoriert sein.
Verzierungen in Form von Chrysanthemen werden von der Honganji-Schule und Päonien von der Ootani-Schule der Shingon-Sekte bevorzugt.

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Standleuchter (toodai, shokudai 燭台)
Funktion: Stehen an den vier Ecken eines Altars und an beiden Seiten neben dem Altar.

Form:
Die älteste Form seit der Heian-Zeit ist eine einfache Öllampe (toodai): Ein stabiler Standring (daiwa), aus dessen Mitte ein langer Schaft aufragt. Diese beiden Teile werden auch "Ständer" (tooka ) genannt. Der Schaft kann achteckig ausgearbeitet sein.
Am oberen Ende des Schaftes ist eine Auflageplatte mit einem Untersetzer (ukezara) für eine flache Ölschale (toosan, aburasara), in die heiliges Öl gegossen wurde.
Es gibt auch Standleuchter, bei denen durch Anbringen einer Mehrzweck-Haltevorrichtung (santokugata kanagu) entweder eine Kerze eingestellt oder eine Ölschale aufgelegt werden kann.

Nach der Länge des Ständers unterscheidet man lange (chookei, kookei) und kurze (tankei) Standleuchter. Der Fuß kann einfach gewölbt oder mit Chrysanthemen verziert sein (Chrysanthemen-Leuchter).
Eine besondere Ständerform mit drei Abstufungen wird "Standleuchter mit Kuhfladen-Fuß" (gyuufun shokudai) genannt.

Seit der Muromachi-Zeit werden häufiger Kerzen anstatt Öl verwendet. Diese Kerzenleuchter (shokudai) werden dann auch "Kerzenhalter" (roosokutate) genannt.

Material: Bronze, Eisen. Holz, mit Lacküberzug und Perlmuttintarsien.

Zusammen mit Räucherbecken und Blumenvase ein Teil der drei bzw. fünf Gegenstände.


Besondere Typen

Mehrarmiger Leuchter (tatoogata toodai)
Bei Zeremonien, an denen viele Menschen gleichzeitig Kerzen oder Lichtopfer-Schalen (toomyoo sara) opferten, benötigte man Ständer, auf denen man möglichst viele Lichtopfer unterbringen konnte. Sie waren z.B. kreisförmig, mit bis zu drei Ringen übereinander (rintoodai).
Eine andere Form ist ein aufrechtes Oval, an dessen Seiten sich bis zu 33 Vorrichtungen für kleine Lichtopfer-Schalen befanden (toomyoodai). 33 entspricht der Zahl der Inkarnationen eines Kannon Bosatsu.
In Bergtempeln finden sich auch Kerzenständer in der Umrißform des großen Feder-Fächers (hauchiwa) eines langnasigen Bergdämonen (tengu).


Chrysanthemen-Leuchter
(kikushokudai, kikutoo)

Ursprünglich wurden diese Leuchter im Kaiserpalast in Kyooto aufgestellt. Heutzutage verwendet man sie im allgemeinen als Paar entweder bei Teezeremonien oder im Tempel.
Der Fuß des Leuchters ist wie eine Chrysanthemen-Blüte mit bis zu 12 Blütenblättern geformt.
Höhe: 70 - 100 cm.
Aus Messing oder Holz. Das Holz ist entweder unbearbeitet oder mit schwarzem oder rotem Lack überzogen. Der Lack kann weiterhin mit Blattgold verziert sein.


Reiher-Schildkröten-Leuchter (tsurukame shokudai)
Tsurukame and Daruma 鶴亀

CLICK for more photosBesonders häufig in China. In Japan von der Neuen Sekte des Reinen Landes (joodo shinshuu) bevorzugt. Die Schildkröte ist ein Symbol für langes Leben, Kraft und Ausdauer. Der 20Reiher ist ein Symbole für langes Leben und Glück.
Auf einer Schildkröte steht ein Reiher, der eine Lotusblüte an einem langen Stil (renkei) im Schnabel hält. Die Blüte ist so gestaltet, daß in sie eine Kerze eingestellt werden kann. In Japan seit der Muromachi-Zeit hergestellt.



My Literature Register Literaturverzeichnis



Offerings of Light、toomyoo kuyoo 灯明供養
Light offerings afloat (tooroo nagashi) mukaebi, okuribi

Stone Lantern (ishidooroo)

CHOOCHIN, lanterns 提灯とだるま

Fuurin 風鈴 <> Wind Chimes


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